Chapter 294: Niemand ließ los - Incubus Leben in einer Welt von Superkraft-Nutzern - NovelsTime

Incubus Leben in einer Welt von Superkraft-Nutzern

Chapter 294: Niemand ließ los

Author: Anime_timez24
updatedAt: 2025-08-31

CHAPTER 294: NIEMAND LIESS LOS

Seine andere Hand glitt in Evelyns Haar und führte sie gerade genug, damit ihre Stirnen aneinander ruhen konnten. Sie sprach nicht. Sie atmete nur aus, und das war genug.

Ihre Körper begannen sich wieder zu bewegen, nicht mit Dringlichkeit, sondern mit Bedeutung.

Sie küssten sich erneut, langsamer, tiefer, und die Spannung, die seit Monaten – vielleicht Jahren – in Ethans Körper gelebt hatte, begann sich aufzulösen.

Es ging nicht um Erobern oder Kapitulieren.

Es ging darum, gehalten zu werden und zurückzuhalten.

Nicht voreinander.

Sondern vor der Welt.

Sie entkleideten einander leise, Stück für Stück, nie alles auf einmal.

Und zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit fühlte sich Ethan nicht wie eine Last oder ein zu lösendes Rätsel.

Er fühlte sich einfach nur gewollt.

Und die Art, wie sich ihre Körper jetzt bewegten, langsam, verschmolzen, nicht nach Höhepunkt, sondern nach Nähe suchend – das sagte ihm alles, was er hören musste.

Er musste sich das nicht verdienen.

Er musste nicht stärker, klüger oder sonst etwas sein.

Er musste einfach nur hier sein.

Bei ihnen.

Er drückte seine Lippen an Evelyns Schläfe, und sie erschauerte – nicht vor Kälte, sondern vor etwas, das viel älter war als Angst.

Everly küsste erneut seine Brust, dann seinen Kiefer, und verweilte dort.

Und als die Nacht tiefer wurde und ihre Bewegungen wieder langsamer wurden und ihre Augen halb geschlossen, halb wach blieben, wurde es klar –

Dies war weder ein Anfang noch ein Ende.

Es war ein Moment.

Eine Wahrheit.

Eine, die nicht benannt werden musste.

Denn jeder in diesem Bett wusste es bereits.

Und niemand ließ los.

Evelyns Finger glitten sanft an seiner Wirbelsäule hinab und folgten jedem Knochenvorsprung, als würde sie einen Pfad nachzeichnen, den sie in Träumen auswendig gelernt hatte, jeder Strich sanft genug, um etwas Tiefes und Ruhiges in seiner Brust zu beruhigen.

Ethan atmete hinein und ließ die Empfindung tiefer wurzeln, als Worte es je könnten. In ihrer Berührung lag kein Druck, kein als Bedürfnis getarnter Hunger. Sie war ruhig. Gegenwärtig. Erfüllt.

Everly hatte sich jetzt leicht verschoben und drückte sich vollständiger an seine Seite, ein Bein über seines gelegt, mit der Art von müheloser Zuversicht, die nur aus tiefem Vertrauen entsteht.

Ihr Atem bewegte sich gleichmäßig über seine Haut, eine warme Spur, die dem leichten Druck ihrer Fingerspitzen entsprach, die über seine Hüfte glitten.

Sie versuchte nicht, ihn zu erkunden; sie ließ sich in ihm nieder, als gehöre sie bereits dorthin und müsse nur daran erinnert werden.

Ethan drehte den Kopf und streifte mit seinen Lippen leicht über Evelyns Kiefer, dann den Hang ihres Halses hinunter, und spürte das winzige Stocken in ihrem Atem, als sie sich neigte, um ihm Platz zu machen, nicht aus Darbietung, sondern aus Behaglichkeit.

Er bewegte sich nicht weiter; er musste es nicht. Allein zu spüren, wie sie auf die einfachste Geste reagierte, brachte etwas Sanftes und Volles in seine Brust.

Ihre Haut schmeckte leicht nach Wärme, nach der Luft, die sie den ganzen Abend geteilt hatten, und nach der stillen Stärke unter ihrer Oberfläche.

Er ließ eine Hand zurück zu Everly gleiten, seine Handfläche fand ihre Seite und glitt langsam zu ihren Rippen hoch.

Ihre Haut war warm und glatt, und ihr Körper schmiegte sich natürlich an seinen, als wäre er immer dafür bestimmt gewesen, dort zu sein.

Sie sagte kein Wort – sie drückte sich nur etwas näher, vergrub ihr Gesicht sanft in der Höhlung seiner Schulter und seufzte auf eine Weise, die ihm sagte, dass sie in diesem Moment nichts mehr brauchte.

Ihre Herzen hatten sich inzwischen synchronisiert – vielleicht nicht perfekt, aber nahe genug, dass er es spüren konnte – nicht nur seinen eigenen Herzschlag, sondern die Echos ihrer Herzschläge, stetig, präsent, geteilt.

Es war keine magische Verbindung oder Superkraft. Es war einfach die Art, wie Menschen füreinander empfanden, wenn sie einmal aufhörten, ihre Herzen zu schützen.

Das Licht im Raum war schwächer geworden – nicht weil jemand es heruntergedreht hatte, sondern weil die Zeit vergangen war und die Nacht tiefer geworden war, und irgendwie machte diese Dunkelheit alles näher.

Die Schatten auf den Laken waren nicht mehr scharf – sie waren weich, an den Rändern verschwommen, wie eine Erinnerung, die man behalten wollte.

Evelyn lehnte sich wieder an ihn, ihre Stirn an seiner, ihr Atem langsam und gleichmäßig. Ihre Hände bewegten sich jetzt nicht mehr, aber ihre Wärme – eine ruhte knapp über seiner Hüfte, die andere umfasste sanft seine Wange – reichte aus, um ihn zu erden.

Auch Everly hatte sich beruhigt, ihre Arme umschlangen seine Mitte, ihre Finger kräuselten sich locker an seinem Rücken, als wollte sie nicht loslassen, selbst im Schlaf.

Aber keiner von ihnen schlief noch.

Es war nicht diese Art von Nacht.

Es war die Art, die sich lang und ungehetzt erstreckte, wo selbst das leise Summen der Stille zwischen ihnen Bedeutung trug.

Ethan bewegte sich leicht, um sie beide wieder einzuatmen. Der Duft von Evelyns Haar. Das Gefühl von Everlys Haut. Die Art, wie sich ihre Atemzüge mit seinen vermischten.

Sie waren jetzt alle warm.

Nicht überhitzt.

Einfach nur... beständig.

Gehalten in einem Zeitfenster, in dem nichts geschehen musste und alles, was geschah, aus dieser Nähe kam.

Er bewegte eine Hand zu Evelyns Schulter und strich über den weichen Rand, wo sie auf ihren Hals traf.

Er hielt dort inne, der Daumen kreiste langsam und entlockte ihren Lippen das kleinste Lächeln, ohne dass er hinsehen musste.

Die andere Hand blieb tief, zog träge Linien entlang Everlys Rücken, jede einzelne entlockte ihr ein kleines Ausatmen, so leise, dass es die Stille kaum durchbrach, aber genug, um wie Musik zu wirken.

Ihre Körper waren nicht verschlungen – nicht auf eine Weise, die wild aussah – aber jeder Teil von ihnen berührte sich.

Hüften, Schenkel, Hände, Atem. Sie blieben nah wie Menschen, denen endlich die Gründe ausgegangen waren, Abstand zwischen sich zu halten.

Ethan ließ seine Finger wieder nach oben wandern, zurück zu Evelyns Kiefer, strich dann eine Haarsträhne von ihrer Wange, und sie lehnte sich in seine Hand, als wäre sie immer dazu bestimmt gewesen, dort hineinzupassen.

Es bestand immer noch keine Notwendigkeit für Worte.

Nichts zu erklären.

Nichts zu rechtfertigen.

Und in dieser Stille spürte Ethan, wie sich etwas Tieferes in seiner Brust niederließ – nicht Liebe in der romantischen, vorgeschriebenen Art, wie Menschen in Büchern darüber sprechen, sondern eine Wärme, an die keine Forderung geknüpft war.

Er musste sich nicht beweisen. Er musste nicht darum bitten, bleiben zu dürfen. Das hatte er bereits.

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